Lippes Schützen wollen im Schützenbund bleiben

Lagenser beraten im November über Verbleib oder Ausstieg

 

Kreis Lippe. Westfälischer Schützenbund sowie Schützenkreis müssen künftig ohne Beitragszahlungen der meisten Lemgoer Kameraden auskommen. Diese haben den Austritt beschlossen – ein Schritt, den weitere Vereine (noch) nicht planen. Auf Umfrage unserer Redaktion bei lippischen Schützenvereinen zeigt sich folgendes Bild: Von Bad Salzuflen bis Schieder-Schwalenberg ist ein Austritt, dem Bei­spiel Lem­go folgend, kaum ein Thema.

Schwalenberg: An die Beitragserhöhung seitens des WSB erinnert Michael Stock, Vorsitzender der Schützengesellschaft Schwalenberg. "Daraufhin haben wir uns mit einem Versicherungsexperten zusammengesetzt. Der hat uns dringend von einem Austritt abgeraten", betont er. Durch die Zugehörigkeit sei bei Fahrten oder Festen im Schadensfall alles abgesichert.

Detmold: Hier stellt sich die Frage nach einem Austritt derzeit nicht. Gleichwohl versteht Vorsitzender und Oberst Heinz Holey nicht, wie unflexibel der Westfälische Schützenbund (WSB) sich gegenüber seinen Mitgliedern zeige. "Die Reaktionen der großen Vereine kann ich verstehen", sagt Holey. Für Detmold sei ein Austritt nicht sinnvoll – das liege an der Größe der Schützengesellschaft. Neue Versicherungen für aktive Schützen aber auch für Feste müssten dann abgeschlossen werden – für die Det­molder am Ende in etwa ein Nullsummenspiel, so Holey.

Oer­linghau­sen:
Ein möglicher Austritt war bei der Schützengesellschaft Oerlinghausen sehr wohl bereits Thema. Jedoch erklärt Vorsitzender Kristian Hoffmann: "Noch überwiegen die Vorteile der Mitgliedschaft." Beispielsweise seien da die über den WSB guten Verbindungen zur "Gema", die sich bezahlt machten. "Dennoch geht es für die großen Vereine um richtig viel Geld", sagt Hoffmann, der mehr als 1100 Mitgliedern vorsteht.

Bad Salzuflen: Die Schützengesellschaft mit ihren 430 Mitgliedern hat nach Auskunft des Vorstands bislang keinerlei Überlegungen in Richtung Austritt angestellt. "Aus meiner Sicht steht das momentan auch nicht zur Debatte", sagt der stellvertretende Vorsitzende Jürgen Schröder.

Schötmar: Nachgerechnet hat die Schützengesellschaft Schötmar. Demnach könnte der rund 350 Mitglieder starke Verein durch einen Austritt pro Jahr eine dreistellige Versicherungssumme sparen. "Die Schützen können ihre Interessen aber nur in einem starken Verband entsprechend vertreten", ist Oberst Volker Schreiber dennoch gegen einen Austritt. Gleichwohl betrachte er gerade die Beitragserhöhungen des WSB sehr skeptisch.

Bad Meinberg: "Für uns kommt ein Austritt überhaupt nicht in Frage", bekräftigt Helmut Bock, Vorsitzender Schützengesellschaft Bad Meinberg:. Für diese sei die Zugehörigkeit zum WSB schon allein aus versicherungstechnischen Gründen unverzichtbar. "Wir sehen dies vor dem Hintergrund, dass die Zahl der Veranstaltungen immer mehr zunimmt", sagt Bock. Vor dem Hintergrund des Alkoholkonsums sei es wichtig, hier Versicherungsschutz zu genießen.

Meiersfeld-Rödlinghausen: Für Werner Meise, Vorsitzender des Schützenvereins "Einigkeit", ist ein Austritt ebenfalls kein Thema. "Wenn ich in einer Solidargemeinschaft bin, muss ich mich damit abfinden, dass das Geld kostet", sagt der Chef des etwa 200 Mitglieder starken Vereins. Er glaubt nicht, dass die Meiersfelder günstiger arbeiten könnten, wenn sie auf die Mitgliedschaft verzichteten.

Blomberg: Schützenoberst Peter Begemann vom Alten Blomberger Schützenbataillon stellt ebenfalls den "Grundgedanken der Solidarität" heraus. Deshalb gebe es keine Diskussion wie in Lemgo, zumal man die Vereine nicht miteinander vergleichen könne. "Unsere Erfahrungen mit WSB und Schützenkreis sind sehr gut", betont Begemann und erinnert an den Westfälischen Schützentag 2010 in Blomberg: "Auch daran erkennt man unsere Verbundenheit."


Lage: Die Schützengilde (1300 Mitglieder) befindet sich nach Worten von Oberst Michael Krügermeyer-Kalthoff in der Entscheidungsfindung, was einen möglichen Austritt betrifft. "Vor der Generalversammlung im November sagen wir aber nichts dazu." Im Kreis der Offiziere wurde über das Thema gesprochen; und dem WSB sei signalisiert worden, dass es Überlegungen gebe, auszusteigen.
 
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