Nun mischen auch die Mädels mit
Schützen ehren Willi Müller für 80-jährige Mitgliedschaft
Schwalenberg (lig). Beim nächsten Schützenfest an Pfingsten wird sich in die Reihe der Rotten auch eine Gruppe Mädels einreihen, denn auf der jüngsten Jahreshauptversammlung stellte sich das neue Rott mit elf jungen Frauen vor. Sie nennen sich Alsterrott.
Die jungen Frauen sind zwischen 17 und 21 Jahre jung und stammen aus Schwalenberg, Schieder und Steinheim und hatten schon vor längerer Zeit die Idee dazu. An Silvester wurde dann endgültig der Entschluss gefasst und weitere Mädchen angesprochen, ob sie nicht Lust hätten mitzumachen. Initiatorinnen waren Lena Thomas und Denise Engel. Die Damen werden wie ihre männlichen "Kollegen" in Uniform marschieren und ebenso am Schießwettbewerb teilnehmen. Eine Damenkompanie hat in Schwalenberg keine Premiere aber seitens der Schützengesellschaft herrschte große Freude darüber, wieder ein weibliches Rott in den Reihen zu haben.
Während für die Frauen jetzt die Mitgliedschaft in der Schützengesellschaft beginnt, gibt es andererseits einen Schützen der am 1. Januar 1933 eingetreten ist und damit seit 80 Jahren der Schützengesellschaft Schwalenberg angehört. Der 94-jährige Willi Müller sollte dafür während der Jahreshauptversammlung mit der Otto-Beckmann-Plakette in Bronze ausgezeichnet werden, konnte aber leider nicht persönlich vor Ort sein. Daher wird die Auszeichnung in den kommenden Tagen überbracht. "Ich persönlich habe so etwas noch nicht erlebt und werde es wohl auch nicht noch einmal erleben", hatte Heinrich Wallbaum vom Schützenkreis Lippe zuvor die Besonderheit dieser Auszeichnung hervorgehoben.
Aber auch weitere Schützen konnten sich über eine Auszeichnung freuen. Zum Ehrenmitglied wurde Gerd Hagedorns ernannt. Das Ehrenschild der Gesellschaft erhielt Rolf Donner. Außerdem wurden lange Vereinszugehörigkeiten geehrt: Für 60 Jahre Otto Schulze, Paul Brettmeier und Theodor Leifholz, für 50 Jahre Richard Albrecht und Karl Stock, für 40 Jahre Hermann Ober, Jörg Begemann, Dirk Stichnothe, Udo Strüber und Erich Koch, für 25-jährige Treue Peter Wiegand, Helge Thomas und Willi Köhring.
Ein weiteres Thema beherrschte die Versammlung, denn die Schützengesellschaft Schwalenberg steht vor einer großen Herausforderung. "Wir müssen mittelfristig das Dach der Schützenhalle sanieren", erklärte der Oberst der Schützengesellschaft, Fritz Beckmann, am Rande der Versammlung gegenüber Lippe aktuell. "Die Unterkonstruktion und die Eternitplatten müssen ausgetauscht werden. Nach ersten Einschätzungen beläuft sich die Baumaßnahme auf ein Kostenvolumen von 180.000 Euro. Das kann die Schützengesellschaft nicht alleine aufbringen", so Beckmann und erläutert gleich hinterher, dass es damit wohl auch nicht getan sein wird. "Denn, wenn wir damit anfangen, müssen wir auch die Brandschutzauflagen beachten und auch die Heizung muss überdacht werden – das heißt, es muss für die Halle ein langfristiges zukunftsfähiges Konzept angelegt werden und damit sind wir dann gleich in noch höheren Summen." Die Schützengesellschaft steht derzeit am Beginn der Überlegungen. An die Versammlung gab der Oberst zu bedenken "Wir stehen an einem Scheideweg. Der Verein muss jetzt überlegen, ob er bereit ist etwas auszugeben in Form von Geld oder Muskelkraft, ansonsten kracht das Haus irgendwann zusammen."
Dies wird sicherlich ein Thema sein, das auch den neu gewählten Vorstand in seinen nächsten drei Amtsjahren begleiten wird. Den neuen Vorstand bilden Michael Stock als Vorsitzender, Sven Ridder als sein Stellvertreter, Geschäftsführer Wolfgang Engelmann mit Stellvertreter Dirk Stichnothe sowie dem Kassierer Dietmar Nunne und seinem neuen Stellvertreter Thomas Grytz.
Desweiteren wurden die Fahnenoffiziere für das kommende Schützenfest gewählt. Dies sind Tony Durgeloh, Andreas Koch, Christopher Engelmann und Sven Abitz aus dem Fuchsrott.
