Schwalenberg hat ein neues Königshaus
Schieder-Schwalenberg. Dieses Mal kam die Majestät eigens aus der Bundeshauptstadt angefahren. Aber das war es Schwalenbergs amtierendem Schützenkönig Michael Stichnothe und seiner Königin Marlies offensichtlich wert. Belohnt wurden sie mit drei prächtigen Festtagen, die sie in vollen Zügen genossen. Und der neue König Andreas Koch aus dem Fuchsrott wird wohl seinerseits auf solch prächtige Bedingungen hoffen.

Der Hofstaat schreitet voran: im Vordergrund das Königspaar, Marlies und Michael Stichnothe.
Dahinter Jutta und Erich Koch sowie Anne und Fritz Beckmann. (© Julia Schäbsdau)
Wie jedes Jahr zu Pfingsten hatte sich Schwalenberg herausgeputzt. Grün-weiße Wimpelketten schmückten die historische Altstadt und den Weg zum Dohlenberg. „Ich würde sagen, dass 450 bis 500 Uniformierte anwesend sind", gab Pressewart Thorsten Wiehe am Pfingstsonntag eine Schätzung ab. Den Höhepunkt des zweiten Festtages bildet jährlich die Königsparade zum Schützenhaus. Zuvor marschieren die insgesamt 22 Rotten im Sternmarsch Richtung Altstadt. Nach der Tradition wird der König von allen gemeinsam von seinem Haus abgeholt – sofern sich das im entsprechenden Umkreis befindet. Diesmal war allerdings der Schauplatz des Geschehens das königliche Elternhaus.
Als sich die bekränzte Tür öffnete, trat zunächst Major Matthias Mühl heraus, um den König und seinen Hofstaat anzukündigen. Letzterer besteht aus Erich und Jutta Koch sowie Fritz und Anne Beckmann. Dann begrüßte König Michael sein Schützenvolk und das schöne Wetter: „Der da oben hat wieder mal ein Einsehen gehabt."
Michael Stichnothe aus dem Falkenrott hatte sich den Thron am Pfingstmontag 2017 erschossen, genau an seinem 60. Geburtstag. Ein weiteres Mal strebt er den Thron nicht an: „Das Falkenrott stellt jetzt zum achten Mal den König. Jetzt sollten ein paar Jüngere ran" – ein Wunsch, der am gestrigen Montag dann auch in Erfüllung gehen sollte.
Das scheidende Königsrott wurde 1971 gegründet – an Michael Stichnothes 14. Geburtstag. „Ich finde es schön, dass ein Rott eine Altersklasse abdeckt", sagt er. Seine Verantwortung als König habe er stets ernst genommen: „Die Traditionen sind genauso wichtig wie das Feiern." Tradition wird bei den Schützen groß geschrieben; Das Löwenrott feierte zudem als ältestes Rott 130. Geburtstag.
Die stellvertretende Landrätin Kerstin Vieregge lobte das Schützenfest „vor besonders schöner Kulisse": Im Kreis Lippe seien Feste wie das Schwalenberger eher eine Ausnahme. Im Anschluss an die Ehrungen machte sich die Königsparade auf in Richtung Schützenhaus. Hier warteten Kaffee und Kuchen, bevor – für einige Schützen sicherlich im fließenden Übergang – das Abendprogramm startete.
Als Gäste waren die Schützenvereine aus Großenmarpe, Detmold, Blomberg, Falkenhagen und Rischenau geladen. Musikalisch wurde das Fest unterstützt durch den Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Schieder-Schwalenberg, den Musikzug „Drums and Fanfars" aus Barntrup, Drum-storm aus Steinheim sowie den Spielmannszug Rischenau.

Neuer König mit Pokal und Abzeichen: Andreas Koch kann sich schon
aufs Pfingstfest 2019 freuen. (© Thorsten Wiehe)
Der neue Schützenkönig wird traditionell am Pfingstmontag ausgeschossen, und so war es auch diesmal im prächtigen Ambiente am Dohlenberg unter strahlend blauem Himmel. Der erst 28-jährige Andreas Koch aus dem Fuchsrott wird nun mit seiner Königin Laura Frieling die Regentschaft übernehmen und beim Pfingstfest 2019 Mittelpunkt der Königsparade in der malerischen Altstadt sein.
Der neue König, von Beruf Werkzeugmechaniker, sicherte sich mit 30 geschossenen Ringen die Königswürde. Als Königsoffiziere werden ihm Patrick Wiegand mit Jennifer Stickling und Dennis Zobel mit Verena Zobel zur Seite stehen.
Bericht aus der Onlineausgabe der LZ vom 22.05.2018 (Autorin: Julia Schäbsdau)
